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Baurecht: Bei stufenweiser Beauftragung das Pferd von hinten aufzäumen


Die Reform des Bauvertragsrecht bringt auch für Architekten und Ingenieure einige bedeutsame Änderungen mit sich. Dazu gehört insbesondere das einseitige Anordnungsrecht des Bestellers. Das neue Gesetz gilt für alle ab dem 1. Januar 2018 geschlossenen Bau-, Architekten- und Ingenieurverträge.

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Wettbewerb: Sto-Stiftung fördert studentische Selbstbauprojekte


Sto-StiftungDie Sto-Stiftung fördert studentische Selbstbauprojekte in aller Welt mit einem eigens aufgelegten Wettbewerb. Ziel ist die Ausbildung von Soft Skills: Bei internationalen Summerschools entwickeln Studierende ein Bewusstsein für Belange des Bauens in verschiedenen Ländern und Regionen.

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Vom Umgang mit der Wirklichkeit | [AN-]SICHTEN in Frankfurt


The exhibition format [AN-]SICHTEN (ger: aspects or views) is held biennially, alternating with the Scholarship winner exhibition f/12.2. This year, Thomas Rietschel, former president of the University for Music and Performing Arts Frankfurt am Main (HfMDK), will curate a selection of works from the DZ BANK Art Collection. Rietschel is particularly interested in photographic works that demonstrate a tension between reality and appearance. The current political environment and phenomenon surrounding „fake news“ motivate Rietschel to tackle the visitor’s approach to reality. On display are works by Gregory Crewdson, Thomas Demand, VALIE EXPORT, Joan Fontcuberta, Anton Henning, David Hockney, Barbara Klemm, Rosemary Laing, Louise Lawler, Ville Lenkkeri, Barbara Probst, Michael Schäfer, and Helen Sear.

 

Ville Lenkkeri: Himalaya, 2004/2007

Ville Lenkkeri: Himalaya, 2004/2007

[AN-]SICHTEN: Vom Umgang mit der Wirklichkeit

Gregory Crewdson, Thomas Demand, Valie Export, Joan Fontcuberta, Anton Henning, David Hockney, Barbara Klemm, Rosemary Laing, Louise Lawler, Ville Lenkkeri, Barbara Probst, Michael Schäfer, Helen Sear

29. September 2017 bis 6. Januar 2018

ART FOYER DZ BANK, Frankfurt

www.dzbank-kunstsammlung.de

 

 

PR Info _ 28 Arbeiten von dreizehn internationalen Künstlern, welche die Wahrnehmung gleich in mehrfacher Hinsicht infrage stellen, sind in der Ausstellung „“[AN-]SICHTEN: Vom Umgang mit der Wirklichkeit“ zu sehen.

Das Ausstellungsformat „[AN-]SICHTEN“ wird jeweils von einem Gastkurator aus einem anderen Kulturbereich gestaltet. In diesem Jahr wurde Thomas Rietschel, ehemaliger Präsident der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt, eingeladen, eine Ausstellung aus der DZ BANK Kunstsammlung zu kuratieren. Thomas Rietschel hat Fotografien der Sammlung ausgewählt, die auf unterschiedliche Weise das Spannungsfeld aufzeigen zwischen einer vermeintlich objektiven Wirklichkeit und dem, was sie als scheinbare Realität darstellen. Ein Thema, das durch die gesellschaftspolitische Diskussion um „Fake News“ gerade einen aktuellen Bezug erhält.

Thomas Demand: Büro, 1995/2007

Thomas Demand: Büro, 1995/2007

Thomas Rietschel empfiehlt, die Ausstellung als kleine Übung im vielfältigen Umgang mit der Wirklichkeit zu sehen und stellt die Arbeit „Exposure #56, NYC, 428 Broome Street, 06.05.08, 1:42 p.m.“ von Barbara Probst (*1964 in München) ins Zentrum. Darin zeigt die Künstlerin eine Szene, die zur selben Zeit von zehn im Raum verteilten Kameras aus zehn Perspektiven fiktiver Zeugen fotografiert wurde. Alle nehmen einen anderen Ausschnitt derselben Szene auf. Doch statt einen umfassenden Eindruck der Realität zu erhalten, entfernt sich damit der Betrachter von der einen Wirklichkeit.

Pressefotografien sind der Versuch, eine größtmögliche Annäherung an die Realität zu schaffen und sollen Zeitgeschehen dokumentarisch abbilden. Barbara Klemm (*1939 in Münster) war von 1970 bis 2005 Redaktionsfotografin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Ihr gelingt es, Bilder entstehen zu lassen, die als Schlüsselmomente der Geschichte gelten und sich ins kollektive Bildgedächtnis einprägen. Auch Thomas Demand (*1964 in München) hat einen Bezug zur Pressefotografie: Er baut berühmte Tatort- und Pressefotografien detailgetreu aus Papier nach, um sie dann zu fotografieren. Die Arbeit „Büro“ bezieht sich auf ein Zeitungfoto vom 15. Januar 1990, als Bürger der liquidierten DDR das Hauptquartier der Staatssicherheit in Berlin stürmen. Überall im Büro liegen durchwühlte Akten und Blätter, die im Nachbau bei Demand jedoch unbeschrieben sind.

David Hockney: "Roses for Mother", December 4th 1995, 1995 DZ BANK Kunstsammlung im Städel Museum

David Hockney: „Roses for Mother“, December 4th 1995, 1995
DZ BANK Kunstsammlung im Städel Museum

Das Bildmaterial aus dem Internet, das Michael Schäfer (*1964 in Sigmaringen) als Ausgangsbasis dient, stammt oft vom Portal „LiveLeak – Redefining the Media“, das Videos von Betroffenen und Zeugen eines Geschehens zeigt. Die zumeist aus Kriegsregionen stammenden Bilder bearbeitet er nach und überschneidet sie mit subjektiven Alltagssituationen. Als derart umdefinierte Vorlagen schleust er sie erneut in die Bilderflut ein.

Ville Lenkkeri (*1972 in Oulu, Finnland) beschäftigt sich mit der Tatsache, dass der Mensch Gefallen daran hat, sich auf unterschiedliche Weise selbst Realität vorzuspielen. In den simulierten Wirklichkeiten, die er beispielsweise in Dioramen in Naturkundemuseen oder Wachsfiguren-kabinetten fotografiert, verstärkt die Anwesenheit einer Person das raffinierte Spiel zwischen Realität und Fiktion.

Die großformatigen Fotoarbeiten des amerikanischen Künstlers Gregory Crewdson (*1962 in Brooklyn, USA) werden oft als unheimlich, mysteriös und fantastisch beschrieben. Der Künstler betont immer wieder, dass seine Bilder von einer Psychologie beeinflusst sind, die auf Sigmund Freuds Aufsatz „Das Unheimliche“ (1919) zurückgeht. In seinen aufwendigen Inszenierungen, die wie Filmstandbilder wirken, ist kein Detail zufällig, keine Pose und Geste unbeabsichtigt.

Louise Lawler (* 1947 in Bronxville, New York, USA) zeichnet in ihrer Arbeit „Add To It (E)“ die Entwicklungen und Wechselwirkungen zwischen Fotografie und Malerei nach. Durch das Ablichten von Kunstwerken unter Einbeziehung des Ortes thematisiert Lawler die Wahrnehmung von Kunstwerken. Auf der ersten Ebene fotografierte sie die Hängung einer eigenen Arbeit in einer Ausstellung 2003 im Portikus Frankfurt. Auf dieser Fotografie ist Gerhard Richters „Ema – Akt auf einer Treppe“ von 1966 auf dem Boden gegen die Wand gelehnt im New Yorker MoMA zu sehen. Richter wiederum wurde zu seinem Bild durch Marcel Duchamps Malerei „Akt, eine Treppe herabsteigend Nr.2“ aus dem Jahre 1912 inspiriert. Und Duchamp bezieht sich auf Eadweard Muybridges Serienfotografie „Woman Walking Downstairs“ von 1887.

Ähnlich wie Lawler stellt auch David Hockney (*1937 in Bradford, England) Malerei und Fotografie einander gegenüber. Er präsentiert auf seiner Fotografie eine Vase mit Blumen neben einem Gemälde, welches nahezu exakt dasselbe Motiv wiedergibt.

Info + illus. courtesy Art Foyer DZ Bank

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HPP beginnt mit dem Bau am Xujiahui Sportpark in Shanghai


HPP beginnt mit dem Bau am Xujiahui Sportpark in ShanghaiBei der feierlichen Grundsteinlegung wurde der Baubeginn des Xujiahui Sportparks in Shanghai unter Einladung der Öffentlichkeit, Presse und Fernsehen gefeiert. HPP gewann Anfang des Jahres den ersten Preis des international ausgeschriebenen Wettbewerbs und wurde anschließend mit der Umsetzung beauftragt.

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Gemalte Architekturen | Sranische post-konzeptuelle FIGURATION in Berlin


17 well-known Spanish artists will show their works in the MEINBLAU project space in Berlin from October, 20th to November, 12th. All of them are known as representatives of the Spanish post-conceptual Figuration or are close to it. All of the here shown works – mostly paintings but also an installation and a video – concentrate on architecture and spatial geometry: as main motiv, background, frame or as symbolic element.

 

Gemalte Architekturen

Spanische post-konzeptuelle Figuration im MEINBLAU Projektraum

Künstler: Ángel Mateo Charris, Marcelo Fuentes, Dis Berlin, Damián Flores, Carlos García Alix, Paco de la Torre, Teresa Tomás, Joël Maestre, Roberto Mollá, Jorge Taranzona, Fernando Martín Godoy, Elena Goñi, Juan Cuéllar, Guillermo Peñalver Fernández, Nelo Vinuesa, Gonzalo Elvira und Chema Peralta.

20.10. – 12.11.2017

MEINBLAU Projektraum

Berlin

www.meinblau.de

 

PR Info _ 7 renommierte spanische Künstler zeigen vom 20. Oktober bis 12. November ihre Arbeiten im MEINBLAU Projektraum in Berlin. Alle Künstler sind in Spanien als Vertreter der spanischen post-konzeptuellen Figuration bzw. deren Umfeld bekannt und haben wesentlich dazu beigetragen, die figurative Malerei in den letzten vier Jahrzehnten zu erneuern. In ihren hier ausgestellten Werken verwenden sie Architektur und Raumgeometrie als strukturellen Mittelpunkt: sei es als Hauptmotiv, Hintergrund, Rahmen oder als symbolisches Element. Gemalte Architekturen wird hauptsächlich Malerei aber auch eine Installation und ein Video präsentieren.

Post-konzeptuelle Figuration ist eine künstlerische Richtung, die in den frühen 70er Jahren in Spanien entstand. Ziel war es, die figurative Malerei aus Sicht der persönlichen Poetik um- und neuzugestalten. In Berlin wird nun weltweit zum ersten Mal eine Vielzahl der spanischen Künstler vereint, die in ihren Werken verschiedene, architektonische Sichtweisen ausdrücken. Künstler wie Ángel Mateo Charris, Marcelo Fuentes, Paco de la Torre, Carlos García Alix, Elena Goñi und Juan Cuéllar werden im MEINBLAU vertreten sein. Besonders Paco de la Torre hat den Begriff der spanischen post-konzeptuellen Figuration geprägt, durch die die bildliche Position definiert wurde, auf die sich einige der Arbeiten dieser 17 Künstler beziehen. Mit der Gruppenausstellung widmen sich nun die Kuratoren Juan Cuéllar und Roberto Mollá der bedeutenden Rolle des architektonischen und geometrischen Bildes in den Arbeiten dieser Künstler.

Alle Künstler verbindet, dass der Raum weder realistisch noch abstrakt wirkt, sondern als ein alternativer Raum die Möglichkeit gibt, mentale Bilder zu bauen. Es wird ein Szenario geschaffen, das Franz Roh als „feine, aber konstante Spannung zwischen den Vorgaben dieser Welt und dem klaren, konstruktiven Willen“ * beschrieben hat. Die Ausstellung schafft im alten Brauereigebäude eine metaphysische Piazza oder einen roten Lynch’schen Raum und kreiert so den architektonischen Rahmen, in dem die Maler poetisch bauen können. Oder wie Enrique Andrés Ruiz im Katalog zur Ausstellung beschreibt, „eine spanische Nachbarschaft von Architekturen auf Leinwand und Papier, eine Nachbarschaft von Malern, die beschlossen haben, die alte und doch immer neue, künstlerische Praxis der Malerei fortzusetzen.“

Info + illus. courtesy MEINBLAU Projektraum

 

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Ladentische | ANJA SCHLAMANN in Stuttgart


Counters (German: Ladentische) are offers: What is on the table, is on display and can be bought. Where it is climatically possible, the counter marks the boundary between inside and outside. Inside are sellers, outside buyers, in between the goods. As an ensemble, „Ladentische“ are an equally old and fascinating theme of architecture. Anja Schlamann has collected views of counters from all around the world. The exhibition shows shops from Damascus, the oldest city in the world, from Morocco and Cuba, the last resort of communist shadow economy. In addition, pictures were taken in Spain and Sri Lanka.

 

Anja Schlamann: Damaskus, Syrien

Anja Schlamann: Damaskus, Syrien

Anja Schlamann

LADENTISCHE

12. Oktober bis 26. November 2017

vhs photogalerie

Stuttgart

www.vhs-photogalerie.de

 

 

 

 

PR  Info _ Ladentische sind Angebote: was auf dem Tisch liegt, ist Auslage und wird verkauft. Wo es klimatisch möglich ist, markiert der Ladentisch die Grenze von Innen und Außen. Innen stehen Verkäufer, außen Käufer, dazwischen die Ware. Als Ensemble sind Ladentische ein ebenso altes wie faszinierendes Thema der Architektur – und wenn sie so stringent in aller Welt gesammelt werden wie von Anja Schlamann, dann sind sie obendrein ein verführerisches Angebot an das Auge.

Die Ausstellung zeigt Ladentische aus Damaskus, der ältesten Stadt der Welt, aus Marokko und aus Kuba, dem letzten Hort kommunistischer Schattenwirtschaft. Außerdem sind Bilder in Spanien und Sri Lanka entstanden.

Hier die seit Jahrhunderten ausgezirkelten Präsentationen von Gewürzen und Delikatessen, dort die spontan abgelegten Grundnahrungsmittel und Ersatzteile: die Tische tragen die Verantwortung für das tägliche Überleben wie den kulturellen Mehrwert.

Und hinter jedem Tisch stehen die Verkäufer, die sich selbst im Bild sehen, denn Anja Schlamann zieht ihre Aufmerksamkeit auf sich, ganz bewusst: einmal mehr erweist sich die Photographie als Zeichen- und Mythenmaschine, Anja Schlamann sei Dank. (Text: Prof. Dr. Rolf Sachsse)

Info + illus. courtesy vhs Galerie

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mare – Griechenland | JAN WINDSZUS in Hamburg


It takes the soul to quest for the real Greece beyond the trite clichés that trivialise the country. During four trips lasting months along the coast of the European “Orient”, the young Berlin photographer Jan Windszus, explored the Greek way of life – with empathy, tranquility and sensibility. The images he captured in the Aegean, in Attica, Thessaly, on the Peloponnese and Ionian Islands of people and landscapes in all their delightful beauty are a tribute to all that we admire about Greece and its people: their delight in simplicity, their wise serenity vis-á-vis the pressures of modernity, their strength and profundity, their extraordinary ability to sense and think with their feelings.

 

Jan Windszus: Griechenland

Jan Windszus: Griechenland

Jan Windszus

mare – Griechenland

28. September bis 8. November 2017

Persiehl & Heine

Hamburg

www.persiehl-heine.de

 

 

 

 

PR Info _ Wer Griechenland hinter banalen Klischees finden will, muss mit der Seele suchen. Der junge Berliner Fotograf Jan Windszus erkundete während vier monatelanger Reisen an die Küsten des europäischen Orients die Lebenswelten der Griechen – mit Empathie, Ruhe und Empfindsamkeit. Die Bilder, die er in der Ägäis, in Attika, Thessalien, auf dem Peloponnes und den Ionischen Inseln fand, von den Menschen und den Landschaften voller beglückender Schönheit, sind eine Hommage an das, was wir an Griechenland und den Griechen bewundern: ihre lustvolle Feier der Einfachheit, die lebenskluge Gelassenheit gegenüber den Bedrängnissen unserer Zeit, ihre Kraft und Tiefe und ihre einzigartige Fähigkeit, mit dem Gemüt zu denken.

Info + illus. courtesy Persiehl & Heine

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Konferenzzentrum von schneider+schumacher in Mannheim


schneider+schumacherIm zweitgrößten Barockschloss Europas kreiert schneider+schumacher ein modernes Studien- und Konferenzzentrum für die Mannheim Business School. Die in den Garten eingeschnittene Anlage bildet zusammen mit dem historischen Schloss eine markante neue Einheit, die symbolisch für die Bewahrung der Tradition steht, gleichzeitig aber auch für die Bedeutung von Innovation.

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DEGELO Architekten gewinnen Wettbewerb zum Konferenzzentrum in Heidelberg


DEGELO Architekten Das Büro DEGELO Architekten aus Basel hat den ersten Preis beim Wettbewerb zur künftigen Gestaltung des neuen Konferenzzentrums in der Heidelberger Bahnstadt gewonnen. Das Preisgericht wählte den Entwurf unter 22 eingereichten Arbeiten aus.

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ARTitecture des Monats (10): Erwin Wurm


Unsere Reihe ARTitecture des Monats präsentiert Werke, die ARTitecture thematisieren, quer durch alle Epochen und Kontinente, alle Stile und Techniken, von bekannten Künstlern und Künstlerinnen ebenso wie vom zeitgenössischen Nachwuchs.

Und das Beste – wir freuen uns auf Input! Hier könnt ihr, liebe Leser und Leserinnen, euch mit einbringen. Lasst uns wissen, welches euer ARTitecture-Werk des Monats ist, das hier unbedingt vorgestellt werden sollte! Hier in den Kommentaren, bei Facebook oder per Email. Wir sind gespannt auf eure Favoriten!

Our series ARTitecture of the month is putting art works on the spot that show ARTitecture, through all epochs and continents, all styles and techniques, from well-known artists to the contemporary generation.

And it gets better – we are looking forward for your input! Dear readers, let us know which is your ARTitecture art work of the month and share your  favorites with us, using the comments here or on facebook or email it to us directly.

 

Erwin Wurm, Fat House, 2003 Foto: Johannes Stoll, © Belvedere, Vienna

Erwin Wurm, Fat House, 2003 Foto: Johannes Stoll, © Belvedere, Vienna

 

(Aus dem PR-Text zur Ausstellung „Performative Skulpturen“ Erwin Wurm im 21er Haus, Wien (bis September 2107): Architektur spielt eine große Rolle im Werk Erwin Wurms. Seit über 35 Jahren ergründet der österreichische Ausnahmekünstler die Ausdrucksmöglichkeiten der Bildhauerei und bedient sich dabei regelmäßig des Motives “Haus”. Wurms Häuser sind keine bewohnbaren Bauten, sondern verfettete, extrem schmale, enge, kippende oder geschmolzene Plastiken, die sich selbst und ihre Funktion in der Gesellschaft in Frage stellen.

Für die Serie House Attack attackiert der Bildhauer Modelle von teils bekannten, teils anonymen Bauten, bzw. von Gebäuden, zu denen er einen persönlichen Bezug hat. Er legt sich etwa auf sein Elternhaus und deformiert es durch sein Körpergewicht, springt auf den Narrenturm, gräbt ein Loch ins Hochsicherheitsgefängnis Stammheim oder tritt gegen eine deutsche Bunkerarchitektur. Es entsteht ein spannungsgeladener Dialog zwischen der Urform des Materials und den Spuren des performativen Eingriffs.“

Im Ausstellungszeitraum konnte auch Wurms Fat House besucht werden, das vor dem Oberen Belvedere aufgebaut war, wo es in einen spielerischen Dialog mit der barocken Architektur des Schlosses trat. In der begehbaren Skulptur hält eine Animation des übergewichtigen Hauses einen Monolog über den Sinn des Lebens, Kunst und Architektur.

Info + illus. courtesy 21er Haus