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ARTitecture DES MONATS (3): Kader Attia


Darauf haben wir lange gewartet – passend zum neuen Jahr starten wir eine neue Reihe: ARTitecture des Monats! Stehen in unseren Interviews Künstler und Künstlerinnen im Mittelpunkt, die sich in ihrem Werk mit unterschiedlichen Facetten von ARTitecture beschäftigen, drehen wir jetzt die Blickrichtung um, auf einzelne Werke nämlich, die ARTitecture thematisieren. Und zwar quer durch alle Epochen und Kontinente, alle Stile und Techniken.

Und das Beste – wir freuen uns auf euren Input! Hier könnt ihr, liebe Leser und Leserinnen, euch mit einbringen. Lasst uns wissen, welches euer ARTitecture-Werk des Monats ist, das vorgestellt werden sollte! Hier in den Kommentaren, bei Facebook oder per Email. Wir sind gespannt auf eure Favoriten!

We’ve been waiting for this – right on with the new year, we are taking up a new series on deconarch.com: the ARTitecture of the month! While our interviews focus on artists whose work are dealing with the manifold facettes of ARTitecture, we are now putting art works on the spot.

And even more – we are looking forward for your input! Dear readers, let us know which is your ARTitecture art work of the month and share your  favorites with us, using the comments here or on facebook or email it to us directly.

 

Kader Attia, Untitled (Ghardaia), 2009 Cooked couscous on wooden table and digital prints on paper (c) SK

Kader Attia, Untitled (Ghardaia), 2009 Cooked couscous on wooden table and digital prints on paper (c) SK

 

Kader Attias Untitled (Ghardaïa) ist ein Modell der alten Stadt Ghardaïa im algerischen M’zab-Tal. Es besteht aus gekochtem Couscous, einem Grundnahrungsmittel aus Nordafrika, und sitzt auf einem Holztisch oder auf dem Boden. Die quadratischen und kreisförmigen Blöcke gruppieren sich um einen hohen Turm im Zentrum. Alle „Gebäude“ sind Variationen einfacher geometrischer Formen.

An der Wand hängen drei ungerahmte Arbeiten auf Papier: je ein Porträt des schweizerisch-französischen Architekten Le Corbusier (1887-1965) und des französischen Architekten Fernand Pouillon (1912-1986) sowie ein Ausdruck der UNESCO-Erklärung, die das M’zab-Tal als Weltkulturerbe beschreibt.

Attia verweist auf den Einfluss des Ostens auf die Entwicklung des Westens, auf den (post-kolonialistischen) kulturellen Austausch zwischen Frankreich und Algerien, aber auch auf seine ganz persönliche Geschichte als Sohn algerischer Eltern, der in Frankreich aufgewachsen ist: Le Corbuiser besuchte Ghardaia 1931 und übernahm Elemente der Bauten dort in sein eigenes Entwerfen. Diese wiederum beeinflussten Fernand Pouillon, der die Sozialbauten in dem Pariser Vororte entwarf, in dem Attia aufwuchs.

Untitled (Ghardaïa) ist Teil eines größeren Projektes, Signs of reappropriation, das das M’zab-Tal erforscht; auch in anderen Arbeiten setzt Attia architektonische Modelle ein, etwa in der Installation Kasbah (2009), die eine typische Shanty-Stadt darstellt, und in der Skulptur Untitled (Concrete Blocks) (2008), die an ruinöse Sozialbetonbauten erinnert.

More information on Untitled (Ghardaia) in English on Tate Modern

Kader Attia comments on Untitled (Ghardaia)

 

Vestiges d’Empire | Thomas JORION in Berlin


Thomas Jorion’s photographs remind us of a forgotten chapter of France’s long lasting colonial history. When along with other powerful countries, it ruled the world. The photographer spent several years travelling around the world, from Algeria and Morocco to in Louisiana, the Caribbean Islands, India, Vietnam and Cambodia intending to truthfully portray the remaining traces and ruins of the ancient French colonial empire.
Thomas Jorion (1976 Paris) captures his images with natural light using a big large format camera and Argentinian films.

 

Thomas Jorion: Serie "Vestiges d’Empire", Institution Religieuse, Salle Commune, Chandernagor, Indien, 2014

Thomas Jorion: Serie „Vestiges d’Empire“, Institution Religieuse, Salle Commune, Chandernagor, Indien, 2014

Thomas Jorion

Vestiges d’Empire

4. März bis 22. April 2017

Podbielski Contemporary

Berlin

www.podbielskicontemporary.com

 

 

 

 

 

PR Info _ Die Werke der Serie „Vestiges d’Empire“ erinnern an das vergessene Kapitel der lange Jahre währenden französischen Kolonialzeit. Faszinierend und verführerisch wirken die Pastellfarben fast verfallener Mauern und entführen den Betrachter auf eine Zeitreise, zurück in eine Ära verlorener architektonischer Eleganz und episch-abenteuerlicher Entdeckungsreisen.

Für die Serie „Vestiges d’Empire“ bereiste Thomas Jorion zahlreiche Länder dieser Welt: Er war sowohl in Algerien und Marokko, als auch in Louisiana, in der Karibik, in Indien, Vietnam und Kambodscha – stets auf der Suche nach den Spuren, die die französiche Kolonialzeit hinterließ.

Info + illus. courtesy Podbielski Contemporary

Jetzt bewerben: Sto-Stiftung fördert internationale Summerschool


Sto-Stiftung fördert internationale SummerschoolEnergieeinsparung und Ressourcenschonung spielen bei Gebäudeplanung und Städtebau weltweit eine immer stärkere Rolle. Umso wichtiger wird Know-how in den Bereichen nachhaltiger Architektur und gebauter Umwelt. Genau das bietet die Green.Building.Solutions.

Elbphilharmonie REVISITED in Hamburg


On the occasion of the opening of the Elbphilharmonie, the Deichtorhallen Hamburg is showing a major exhibition in cooperation with HamburgMusik gGmbH with support from the Hamburg Cultural Authority under the title ELBPHILHARMONIE REVISITED, which will be on view in the Hall for Contemporary Art at the Deichtorhallen from 10 February to 1 May 2017.
With the exhibition Elbphilharmonie Revisited, the Deichtorhallen is breaking new ground. In their works, which were developed especially for this exhibition, the artists deal with their relationship to architecture in general and the Elbphilharmonie building in particular as well as the building’s relationship to people. They are at home in a wide variety of media, ranging from photography to large-scale installations and sculptures to film. Even though the building was the occasion and origin of the idea for the exhibition, the artists developed their works entirely independently of it.

 

Candida Höfer: Elbphilharmonie Hamburg Herzog & de Meuron Hamburg 2016 © Candida Höfer / VG Bild Kunst, Bonn, 2016

Candida Höfer: Elbphilharmonie Hamburg Herzog & de Meuron Hamburg 2016 © Candida Höfer / VG Bild Kunst, Bonn, 2016

Elbphilharmonie Revisited

Eine Ausstellung mit Beiträgen von Baltic Raw Org, Monica Bonvicini, Peter Buggenhout, Jean-Marc Bustamante, Janet Cardiff und George Bures Miller, Tacita Dean, Uli M. Fischer, Liam Gillick, Herzog & de Meuron, Candida Höfer, Sarah Morris, Thomas Ruff und Tomás Saraceno

10. Februar bis 1. Mai 2017

Haus der Photographie / Deichtorhallen

Hamburg

www.deichtorhallen.de

 

 

 

 

PR Info _ Anlässlich der Eröffnung der Elbphilharmonie zeigen die Deichtorhallen Hamburg in Kooperation mit der HamburgMusik gGmbH und gefördert durch die Kulturbehörde eine großangelegte Ausstellung mit dem Titel „Elbphilharmonie Revisited“. Für die Ausstellung wurden von den Deichtorhallen international renommierte Künstler ausgewählt, die eine enge Beziehung zur Welt der Architektur verbindet und die sich von der mehrmonatigen Testphase des Gebäudes vor der Eröffnung künstlerisch inspirieren ließen.

Die 12 künstlerischen Positionen beschäftigen sich in ihren zumeist eigens für diese Ausstellung entwickelten Arbeiten mit ihrer Beziehung zur Architektur im Allgemeinen und dem Gebäude der Elbphilharmonie von Herzog & de Meuron im Speziellen. Sie sind in den verschiedensten Medien zu Hause – das Spektrum reicht von der Fotografie, über raumgreifende Installationen und Skulpturen bis hin zu filmischen Arbeiten.

 Tacita Dean: Craneway Event 2010, 6 Fotogravüren auf Somerset Radiant White 300 g Papier, each 36 x 94.5 cm © Tacita Dean

Tacita Dean: Craneway Event 2010, 6 Fotogravüren auf Somerset Radiant White 300 g Papier, each 36 x 94.5 cm © Tacita Dean

So animierte die Elbphilharmonie Peter Buggenhout zum Bau eines Turms zu Babel aus recycelten gegen die Schwerkraft gestapelten Architekturelementen mit Kluften, Rissen und Spalten. In den Bildern Candida Höfers erscheint die Elbphilharmonie als pure Architektur, als gäbe es keine Bauherrenanforderungen an sie. Ihren monumentalen Architekturfotografien werden Bilder aus dem Archiv der Architekten Herzog & de Meuron in Basel sowie zwei Filme des urbanen Hamburgs gegenübergestellt. Tomás Saracenos Spinnennetz einer Nephila-Spinne in den Deichtorhallen ist ein eigenes von Klängen und Vibrationen beeinflußtes Bauwerk. Die Hamburger Künstlergruppe Baltic Raw Org beleuchtet in ihrer Installation „Kanalphilharmonie“ ebenso wie der ebenfalls in Hamburg ansässige Uli M. Fischer in seinem Film „Sang und Klang“ die höchst kontroverse Entstehungsgeschichte der Elbphilharmonie. Die raumgreifenden skulpturalen Konstruktionen von Monica Bonvicini oder der Film „Finite and Infinite Games“ von Sarah Morris antworten auf die optisch gewaltige Inszenierung des Konzerthauses und der sich darum entwickelnden Wahrnehmung einer solchen Kulturmarke.

Alle Künstler – darunter auch Jean-Marc Bustamante, Janet Cardiff und George Bures Miller, Tacita Dean, Liam Gillick und Thomas Ruff – sind mit Werken vertreten, die sich in freier, grundsätzlich künstlerischer Fragestellung auf das Gebäude beziehen. Die Präsentation der Kunstwerke wird ergänzt durch eine Auswahl von Architekturmodellen und Materialproben der Elbphilharmonie aus dem Archiv von Herzog & de Meuron.

Die Ausstellung „Elbphilharmonie Revisited“ wird im Spannungsfeld des Diskurses von Architektur und bildender Kunst in vielfältiger Weise zum Nachdenken anregen und dafür sensibilisieren, die Elbphilharmonie ganz neu in ihrer architektonischen, musikalischen und gesellschaftlich-politischen Dimension wahrzunehmen.

Info + illus. courtesy Deichtorhallen Hamburg

„Das Urbane ist mein Lebensraum – ohne naiv zu sein.“ INTERVIEW mit Vanja Vukovic


Unwahscheinliche Gegenstände fliegen an eigenartigen Orten durchs Bild. Oder eigenartige Gegenstände an unwahrscheinlichen Orten? Ballons, Strohhalme, Wolken auf Brücken, in Parks, in der Stadt. Die Objekte sind völlig alltäglich, die Orte ebenso. Und doch sind sie in der Kombination seltsam – vertraut und fremd zugleich. Etwas ist, ja, was eigentlich? Anders, irgendwie.

Eat your words, 2016

Eat your words, 2016

In ihrer neuesten Serie Eat your words inszeniert Vanja Vukovic narrative Szenerien, wie man ihnen jeden Tag zu begegnen scheint in der urbanen Umgebung. In diesen Bildern jedoch gibt es ein künstlich hinzugefügtes „Störelement“, das so, in dieser Kombination, in dieser Position, der gewohnten Sicht nicht bekannt ist. Der zweite Blick versucht dem nachzuspüren. „Das urbane Leben besteht scheinbar aus unendlichen Möglichkeiten und Freiräume. Der Alltag dagegen besteht aus Routine und Gewohnheit“, so die Frankfurter Künstlerin. „Jeder Begegnung oder jede Szene hat einen versteckten Zauber, der oft unentdeckt bleibt. In meiner aktuellen Arbeit sollen diese unvermittelten kleinen Augenblicke des Fremden und der Verzauberung wieder erweckt werden. Die Phantasie, der Traum, die Sekunde der Irrationalität werden durch künstlich hinzugefügte Objekte herausgefordert. Etwas wird kenntlich und unkenntlich zugleich.“

Eat your words wird im April in der Frankfurter Galerie Parkhaus wk-16 erstmals öffentlich zu sehen sein.

Im Interview mit deconarch.com erzählt Vanja Vukovic von der Manipulation gewohnter Bildansichten, der Bedeutung des Urbanen für ihre Arbeit und wie mit Eye Tracking eine wissenschaftiche Methode auch in die Kunst Einzug halten kann.

all illus. (c) Vanja Vukovic
www.vanjavukovic.com

INTERVIEW

Eat your words – wie kam es zu dieser Serie, gab es einen besonderen Moment der Inspiration?

Künstler, die über Inspiration sprechen, klingen bis auf wenige Ausnahmen immer pomadig! Irgendetwas inspiriert einen, aber man kann in seltensten Fällen genau beschreiben, was es ist. Und wenn ja, sind es manchmal Banalitäten. Für Inspiration gibt es keine Gebrauchsanweisung Sinne von „Wie funktioniert mein neuer Fernseher?“.

Dann lass mich anders formulieren – gibt es Grundmotive, die du in der Serie umgesetzt hast?

Eat your words, 2016

Eat your words, 2016

Sicher, die gibt es. Wie kann ich gewisse Eindrücke, die ich habe, wiedergeben, transformieren, auf eine andere Stufe heben? All das, was Kunst jenseits des Versuchs einer exakten naturalistischen Wiedergabe eines Gegenstandes ausmacht. Nehmen wir ein simples Beispiel: „Wolken“. Zu diesem Thema gibt es in der Kunstgeschichte tiefschürfende Aufsätze – von Wolken bei William Turner, Caspar David Friedrich, René Magritte bis hin zu Gerhard Richter. Angesichts dessen, was schon vorhanden ist, kommt selbstverständlich die Frage auf: Kann ich da noch etwas Neues machen?

Und trotzdem sehe ich eine Wolke, habe ein Gefühl für den Moment, für den Wind, die Stimmung, das Licht und will das alles irgendwie festhalten. Dann denke ich darüber nach, was alles schon in der Kunst gemacht wurde, und komme mir ganz unkreativ vor. Und dann kommt die Idee, Gegenstände aus dem Bereich der Kunst neu zu inszenieren: Ballons, Blätter, Wolken etc.

Die Aufnahmen sind inszeniert. Wie wählst du die Locations aus? Und was bedeutet hier das „inszeniert“?

Eat your words ist konzeptuell, weniger intuitiv wie frühere Arbeiten. Das beginnt schon bei der Wahl der Location. Die vorgefundene dokumentarische Stadtlandschaft muss etwas mitbringen, was meine „erfundene“ Geschichte unterstützt. Eine Brücke, die einfach grundlos endet, etwa. Allerdings funktionierte nicht jeder Gegenstand zur benannten Location, so dass ich vor Ort experimentierte. Im Prinzip ist mein fertiges Bild ein Remix der fotografischen Abbildung der Wirklichkeit. „Remix Reality“: Die stimmigen Einzelteile werden von mir voneinander gelöst und wieder inszeniert, so dass etwas Neues entsteht. Ganz konkret werden Objekte anders positioniert, das Licht ist teilweise gefakt, eine Stimmung besonders akzentuiert. Zum Beispiel ist die Wolke vor Ort inszeniert, dann aber nachträglich im Bild anders positioniert worden. Es ist eine manipulierte Aufnahme, die „faktisch“ nicht stimmt, aber emotional stimmig ist. Der Rest der Geschichte passiert in den Köpfen der Betrachter. Das ist dann nicht mehr mein Job.

Warum die Inszenierung im Stadtraum, was macht den öffentlichen Raum für deine Arbeit so interessant?

Eat your words, 2016

Eat your words, 2016

Weil es mein Lebensumfeld ist. Ich liebe die Urbanität, die Dynamik, den Austausch, die Geschwindigkeit, die kulturellen Strömungen und Zusammenhänge, die allein am Hauptbahnhof aufeinander prallen, wo sich mein Atelier befindet. Das Urbane ist mein Lebensraum – ohne naiv zu sein. Natürlich sehe ich auch die städteplanerischen Sackgassen, die Drift und die Erosion, auch am Ende die Gentrifizierung. Die klassischen Hollywood-Filme der 1930er Jahre wurden ja komplett im Studio gedreht, selbst wenn man die passenden Szenerien real um sich herum hatte. Das war dann mit Pappmaché und Styropor nachgemachte Realität. Bei mir ist es andersherum. Ich arbeite möglichst nur draußen, nehme die Stadtlandschaft und mache daraus mit manchmal ein wenig Aufwand einen künstlerischen Fake (lacht.)

Grundsätzlich archiviere ich alle Ideen in einem Skizzenbuch. 95 Prozent davon werden nie umgesetzt, aber ein paar Dinge schon. Eine Szenerie, die ich abends in einer Kneipe gesehen habe. Das Unwohlsein, das mich bei bestimmten politischen Tendenzen befällt. Aber auch der Kampf, den man ein Leben lang mit sich selbst führt. Ich sehe und arbeite aus meiner eigenen Erfahrung und Sozialisation heraus. Manchmal würde ich gerne tauschen, diese Person, die ich bin, neu erfinden, aber das ist sehr schwer. „Kunst“ ist immer auch ein bisschen Selbstbefreiung – im Sinne von: Mit jedem Projekt lebt man eine andere Facette seines Ichs aus.

Du erwähntest, dass bei früheren Arbeiten die Intuition wichtiger war als das Konzept …

Deprived to reality, 2014

Deprived to reality, 2014

Grundsätzlich entsteht auch jedes Konzept für eine Bildserie aus einer Intuition. Ich kann diese beiden Sachen nicht voneinander trennen. Am Anfang sind immer Bilder. Wie die klassischen amerikanischen Straßenfotografen der 1950er ziehe ich mit der Kamera in der Hand los und schaue mich um, was passiert. Ich lasse die Dinge geschehen, höre zu, beobachte und mache Fotos. Manchmal sammle ich so über Wochen etliche hundert Aufnahmen. Und dann sehe ich sie mir an und mir fallen Zusammenhänge auf. Das leitet mich vom intuitiven Prozess zum konzeptionellen Arbeiten. So entstanden zum Beispiel the dark sides of sparkling oder deprived to reality.

Zurück zu Eat your words. Wie war dein Arbeitsprozess, ganz praktisch?

Berührungsängste mit Photoshop habe ich nicht. Wenn ich allerdings eine Idee „real“ umsetzen kann, dann versuche ich das. Die Wolke wurde zum Beispiel mit einer Breite von 1,20 m für das Motiv aus Pappe und Watte hergestellt und auf Stativen gehängt, so dass sie frei an Schnüren schwebt. So werden das Licht und die Stimmung des Bildes nicht verfälscht, es bleibt homogen. Es ist also inszeniert und authentisch zugleich. Fotografiert habe ich digital auf Mittelformat. Am Ende habe ich die Stative und die Schnur aus dem Bild heraus retuschiert, um die Illusion perfekt zu machen.

Und was bedeutet der Serien-Titel?

The dark sides of sparkling, 2013

The dark sides of sparkling, 2013

„If you eat your words, you admit that something you said was wrong.“ – Der Titel ist eine Anspielung darauf, dass etwas im Bild nicht stimmt. Die Ballons und Strohhalme sind aus dem zeitgenössischen Kunstkontext entnommen. Zum Beispiel arbeitet Banksy oft mit Ballons oder Tara Donovan bedient sich bei ihren skulpturalen Arbeiten auch der Strohhalme.

Aktuell läuft auch eine wissenschaftliche Studie mit und zu dieser Serie. Deine Aufnahmen werden mit Eye Tracking-Methoden erforscht. Was hat es damit auf sich?

Das Sehen zu hinterfragen, ist ein Standardprogramm für Fotografen. Wer das als Fotograf nicht macht, kann ja knipsen. Gibt ja genug Handys auf der Welt.

Eye Tracking ist eine wissenschaftliche Methode der Blickerfassung, die das Wahrnehmen von Bildern durch Blickbewegungen anhand eines Gerätes erfasst. Die gängigste Form der Bildgestaltung ist der goldene Schnitt und die Zentralperspektive, was zu Symmetrie und Harmonie führt. All dies Regeln des klassischen Bildaufbaus, mit denen ich eher spielerisch umgehe. Mal breche ich sie, mal betone ich sie. Beides ist möglich, nur beiläufig sollte es nicht sein, sondern gezielt gesetzt. Es geht mir also um die zentrale Frage der Wirkungsweise von Bildern. Kann man das optimale Bild für den Betrachter konstruieren und vor allem: Welche Wirkung hat es? Vielleicht ist das Bild dann einfach nur leer und langweilig.

Vanja, herzlichen Dank für den Blick hinter die Kulissen deiner Arbeit!

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Architektur-Symposium »colourID« in Berlin


Architektur-Symposium colourID in BerlinIm März 2017 lädt das Institut für Architektur Media Management der Hochschule Bochum gemeinsam mit Sto zum Architektur-Symposium »colourID« ein. Im ANCB Aedes Network Campus Berlin diskutieren Architekten, Wissenschaftler, Künstler und Kommunikationsexperten über die Bedeutung von Farbe als strategisches Werkzeug.

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Panorama | Francesco JODICE in Winterthur


Panorama is the first international retrospective dedicated to the work of Italian photographer and filmmaker, Francesco Jodice (*1967), spanning twenty years of his artistic practice. In Panorama, places, times, and stories collide, addressing sociological questions about our urban world. Fundamental to all of Jodice’s works is that their final form and the process that leads to it are equally important. Panorama invites the viewers to unravel the threads of the artist’s comprehensive and visually compelling universe. By presenting a wide range of documents such as maps, books, newspaper clippings, and interviews spread out on forty-metre long table components, the exhibition offers insights into Jodice’s artistic process as positioned between theory and practice. Panorama presents an expansive geopolitical scenario and an eclectic mosaic of a contemporary world in flux.

 

Francesco Jodice: What We Want, Tokyo, T03, 1999

Francesco Jodice: What We Want, Tokyo, T03, 1999

Francesco Jodice

PANORAMA

11. Februar bis 7. Mai 2017

Fotomuseum Winterthur

Winterthur (Zürich)

www.fotomuseum.ch
situations.fotomuseum.ch

 

 

 

 

PR Info _ „Panorama“ ist die erste internationale Retrospektive des italienischen Fotografen und Filmemachers Francesco Jodice (*1967), die zwanzig Jahre seines künstlerischen Schaffens umspannt. In Panorama treffen nicht nur Orte, Zeiten und Geschichten aufeinander, um soziologische Fragen an die urbane Welt zu adressieren. Über eine Vielzahl von Dokumenten wie Landkarten, Bücher, Zeitungsausschnitte oder Interviews, ausgebreitet auf 40 Meter langen Tischelementen, gibt die Ausstellung auch einen Einblick in den Schaffensprozess des Künstlers zwischen Theorie und Praxis. „Panorama“ ist ein geopolitischer Rundblick und ein eklektisches Mosaik unserer stets im Wandel begriffenen Gegenwart.

Im umfangreichen und bildgewaltigen Universum von Francesco Jodice ist der Denk- und Entstehungsprozess ebenso zentral wie die letztendliche Form seiner Werke. Entsprechend bildet Panorama die Prozesse ab, aus dem Francesco Jodices künstlerische Forschung und Arbeit hervorgeht. Die Ausstellung lädt dazu ein, den Spuren von Jodices „fluider“ Arbeitsweise nachzugehen, welche soziologische und philosophische Tendenzen unserer Zeit widerspiegeln. Dies betrifft sowohl seinen interdisziplinären künstlerischen Ansatz, die von ihm angewandten Techniken und verhandelten Systeme sowie die verschiedenen Publikumsgruppen, an die er sich richtet.

Aus Jodices Gesamtwerk werden im Fotomuseum sechs beispielhafte Projekte präsentiert. Sie machen eine Welt erfahrbar, die nah und gleichzeitig fern wirkt, indem er sie über zentrale Verfahren wie „Engagement“, „Vernetzung“, „Recherche“ und „Erzählkunst“ dekonstruiert und im Massstab zum Menschen befragt. „What We Want“, Jodices 1996 begonnener fotografischer Atlas von der Evolution der sozialen Landschaft, zeigt beispielsweise 150 Metropolen und abseitige Orte, deren Gemeinsamkeiten grösser sind als ihre Unterschiede. Gleiches gilt für die Menschen, denen er für seine Arbeit „The Secret Traces“ von 1996–1997 in der Manier eines Privatdetektivs nachspürte, oder für die filmischen Fallstudien zu São Paulo, Dubai und dem Aralsee in „Citytellers“ (2006–2010), einer dreiteiligen Reihe über geopolitische Sinnbilder. In „The Room“ (2009–2016) stehen für einmal keine Fotografien im Zentrum, sondern gesammelte Zeitungsseiten, die Jodice bis auf wenige Wortfetzen fast vollständig mit schwarzer Farbe übermalen lässt. „Solid Sea“ (2002) geht aus der Zusammenarbeit mit dem Kollektiv Multiplicity hervor. Erstmals auf der documenta11 gezeigt, verwandelt sich das Mittelmeer in dieser Rauminstallation in eine verfestigte und bedrohlich solide Form. Als hypothetischer Aggregatszustand markiert es eine bemerkenswert vorausschauende Konstante in Zeiten sich rasch auflösender Gesellschaften und Nationalstaaten.

Info + illus. courtesy Fotomuseum Winterthur

 

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ACO Haustechnik Fachseminar Parkdeckentwässerung


ACO Haustechnik bietet in Kooperation mit Triflex und Schöck an mehreren Orten Fachseminare zum Thema Parkdeckentwässerung an.

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ACO Haustechnik Fachseminar WAA-Powertage


ACO Haustechnik bietet in Kooperation mit Sopro und Grohe an mehreren Orten Fachseminare zum Thema professionelle Baukastensysteme für Bäder nach Maß an.

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ACO Haustechnik Fachseminar Dach


ACO Haustechnik bietet in Kooperation mit Optigrün, Sika, Multipor und ILD an mehreren Orten Fachseminare zum Thema Dach an.