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Kreativ gegen Alltagsstress bei Architekten


Alltagsstress bei ArchitektenMorgens checken Architekten Ihre E-Mails, am Vormittag reihen sich die Termine zu aktuellen und künftigen Bauvorhaben ohne erwähnenswerte Verschnaufpausen aneinander – meistens auch noch direkt vor Ort mit Fahrten quer durch die Stadt oder über überfüllte Autobahnen. In der Mittagszeit versuchen Sie, wieder im Büro zu sein, um sich mit den Kollegen abzustimmen. Der Nachmittag? Ja, der sieht nicht viel besser aus.

 

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Morgens checken Sie Ihre E-Mails, am Vormittag reihen sich die Termine zu aktuellen und künftigen Bauvorhaben ohne erwähnenswerte Verschnaufpausen aneinander – meistens auch noch direkt vor Ort mit Fahrten quer durch die Stadt oder über überfüllte Autobahnen. In der Mittagszeit versuchen Sie, wieder im Büro zu sein, um sich mit den Kollegen abzustimmen. Der Nachmittag? Ja, der sieht nicht viel besser aus: weitere Termine und projektleitende Arbeiten an den unterschiedlichsten Bauprojekten – und zwischendurch immer wieder E-Mails.

Aber damit nicht genug: Den ganzen Tag über klingelt das Telefon – der eine Bauherr möchte noch einmal Sonderwünsche durchsprechen, der Kollege wünscht sich noch eine Konsultation zu seinem Projektentwurf. Der plötzlich erkrankte Kollege, den Sie vertreten sollen, der Ausfall der Kindergärtnerin, auf den es sofort zu reagieren gilt, oder die dringende Chefaufgabe, die unmöglich bis morgen warten kann.

Wie zwangsläufig ist ein solcher Tagesablauf und der damit verbundene Stress? In einigen praxisorientierten Tipps verrate ich Ihnen, wie Sie im Job mit solchen Querschlägern umgehen, damit sie Sie in Zukunft nicht mehr aus der Bahn werfen.

Querschläger kommen selten allein
Eigentlich sind Sie gut vorbereitet, haben einen klaren Plan und klare Prioritäten für all Ihre am Tag anstehenden To-Dos. Und doch versuchen sich immer wieder Anfragen und Aufgaben dazwischen zu drängeln, die Ihren gesamten Tag durcheinanderbringen. Dass die Vielfalt des Berufes, die hohe Verantwortung und die Individualität jedes einzelnen Bauvorhabens immer wieder aufs Neue ein hohes Stress-Level mit sich bringt, wussten Sie schon im Studium.

Deshalb ist es umso wichtiger, dass Sie jeden Tag Puffer für Unvorhergesehenes einplanen. So unvorstellbar es Ihnen auf den ersten Blick scheinen mag – Sie werden feststellen, wie sehr Ihnen ein solcher Puffer im Tagesgeschäft hilft. Indem Sie täglich einen gewissen Prozentsatz an Zeit frei halten und dies auch fest einplanen, schaffen Sie sich Freiraum, um ungeplant auftretende To-Dos in genau diesen Zeiträumen zu realisieren.

Da ein Querschläger selten allein auftritt und die fehlende Zeit dabei nicht immer das wahre Problem ist, ist der Puffer auch häufig nicht die alleinige Lösung. In diesen Fällen ist das Kernproblem: Sie haben Ihre Prioritäten aus den Augen verloren. Auf einmal wissen Sie nicht mehr hundertprozentig, was nun wirklich wichtig ist: den Kollegen in seiner Projektplanung zu unterstützen oder Ihre eigenen Ziele zu verfolgen? Die Sonderwünsche des Bauherren sofort im Detail zu diskutieren oder die zwei Tage bis zum ohnehin anberaumten Termin abzuwarten und für Aufgaben zu nutzen, die bereits auf Ihrer Liste stehen?

»Ja« oder »Ja«?
Bevor der Querschläger kam, war Ihnen völlig klar, was jetzt Prio 1 hat. Jetzt wissen Sie es nicht mehr, denn der Querschläger drängelt sich mit scheinbar höherer Priorität dazwischen. Und weil der Anrufer gerade am Hörer ist oder der Chef in der Tür steht und eine Antwort erwartet, sagen Sie einfach »Ja«. Bloß um das fordernde Gegenüber zum Schweigen zu bringen.

Kurzfristig mag diese Reaktion ihnen ja Entlastung verschaffen. Das einzige Problem: Sie haben nicht bewusst entschieden, dass der Querschläger tatsächlich Ihr »Ja« wert ist. Das registrieren Sie aber erst, nachdem Sie zuge-sagt haben. Dann erst merken Sie, dass das unbewusste »Ja« doch gegen Ihre Prioritäten, Prinzipien oder Ziele geht.

Solch ein automatisches »Ja« kommt häufiger vor, als Sie denken. Was machen Sie, wenn das Telefon klingelt? Na klar, Sie gehen ran. Häufig auch wenn Sie gerade keine Zeit haben für ein Gespräch. Warum? Weil eine automatische Reaktion abläuft. Ein Verhaltensmuster. Sie haben gelernt: Wenn das Telefon klingelt, geht man ran.

Tatsächlich wäre es für den Anrufer kein Problem, eine Nachricht auf die Mailbox zu sprechen. Doch genau das vergessen Sie, wenn Sie »Ja« sagen und »Nein« meinen. Sie vergessen, dass Sie den anderen mit einem solchen »Ja« nur scheinbar zufriedenstellen. Denn Sie sind weder motiviert noch haben Sie Zeit, sein Anliegen zu bearbeiten. Und noch viel mehr schaden Sie sich selbst: Mit dem vorschnellen »Ja« haben Sie sich zu etwas verpflichtet, mit dem Sie niemandem gerecht werden und das nicht nur Ihre Prioritäten durcheinander, sondern auch Sie unter Druck bringt. Und genau da liegt der Lösungsansatz: Denken Sie kurz über die Auswirkungen Ihres »Ja« nach und sagen Sie dann stets das, was Sie meinen. Sagen Sie mit aller Energie »Ja« – wenn Sie »Ja« meinen. Und scheuen Sie sich nicht »Nein« zu sagen – wenn Sie »Nein« meinen.

Was hindert Sie?
Selbstverständlich macht der Ton die Musik. Doch seien Sie einmal ehrlich: Was könnte bei einem »Nein« von Ihrer Seite denn im allerschlimmsten Fall passieren? Würden Sie Ihren Job verlieren? Ihr Leben? Und vor allem: Wie wahrscheinlich sind diese Folgen?

Gerade wenn Sie mit viel Fantasie ausgestattet sind und zu Horror-Szenarien neigen, sagen Sie wahrscheinlich viel häufiger »Ja«, obwohl Sie besser Ihr gefühltes »Nein« aussprechen sollten. Unterscheiden Sie also bei Ihrer Vorstellung zwischen realitätsnahen Entwicklungen und „Kopfkino“. Und orientieren Sie sich bei Ihrer Entscheidung zwischen »Ja« und »Nein« lieber an den echten Wahrscheinlichkeiten.

Sie werden feststellen, dass Sie mit diesem ehrlichen »Nein« nicht nur Ihren klaren Plan über Wasser, sondern besonders Ihr Stress-Level auf einem gesunden Niveau halten.


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Die Autorin
2009 gründete Sabine Dietrich ihr eigenes Beratungsunternehmen. Sie beeindruckt mit ihrem Sinn für Struktur und ihrem Vermögen, Menschen in ihrer persönlichen Entwicklung zu unterstützen. Denn Sabine Dietrich ist überzeugt: Tools sind das eine, aber Erfolg wird von Menschen gemacht. Und die gilt es zu bewegen und zu befähigen.
Ihr Buch »Das Anti-Druck-Buch« erschien 2017 im Wiley-VCH Verlag.

www.sabine-dietrich.com