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Fotografische Entwürfe | Maximilian MEISSE in Berlin


Maximilian Meisse’s photographs scan through reality. Nothing seems to be left to chance, people are hardly discoverable, perspective, lighting, view have clearly been constructed with precision. Thus, the photos radiate the great calm and serenity of static images. Thereby they follow the law of paradox: the photos move so closely to their subject that, according to the old saying, they look back on a stranger. Was everything meant the way it seems to look like?

 

Maximilian Meisse: Teatro di Marcello

Maximilian Meisse: Teatro di Marcello

Maximilian Meisse

Fotografische Entwürfe

2. bis 29. März 2018

Werkbund Galerie

Berlin

www.werkbund-berlin.de

 

 

 

PR Info _ Maximilian Meisses Fotografien durchleuchten die Wirklichkeit und irritieren durch ihre überwache Präzision. Nichts scheint dem Zufall überlassen, Menschen sind kaum zu entdecken, Perspektive, Beleuchtung, Ausschnitt offenbar ausgiebig erkundet, scharf kalkuliert und exakt vermessen. So strahlen die Fotos die große Ruhe und Abgeklärtheit statischer Bilder aus. Dadurch folgen sie dem Gesetz der Paradoxie. Sie rücken ihren Gegenstand so nah, dass er dem alten Wort zufolge fremd zurückblickt. Das bewirkt, dass die Bilder den Weltenlauf der Dinge noch einmal anhalten zu wollen scheinen, vielleicht um genauer überlegen zu können, wie er sich fügte. War alles so gemeint, wie es sich zeigt?

Maximilian Meisse: Hinterhof Nollendorfplatz

Maximilian Meisse: Hinterhof Nollendorfplatz

Meisse nennt diesen Effekt seiner Fotos absichtsvoll Fotografischen Entwurf. Und hier macht sich der ausgebildete Architekt bemerkbar. Durch diese Formel nämlich schließt er zur struktur-rationalistischen Tradition des Schweizer Architekten Luigi Snozzi auf, demzufolge Architektur nicht neu zu erfinden, sondern vor allem wieder zu finden sei. Ähnlich befindet Maximilian Meisse, dass seine Fotos die Wirklichkeit nicht wiedergeben, sondern fotografisch erneut entwerfen. Allenthalben trägt er somit bei zu einer der vornehmsten Traditionen und Aufgaben der Fotografie, die mit Moholy-Nagy gesprochen darin besteht, die Wirklichkeit „mehr sehen“ zu lernen. (Gerwin Zohlen, Februar 2018)

Maximilian Meisse studierte Architektur in Zürich und Stuttgart, wo er 1996 diplomierte. Seit 2004 widmet er sich der Architekturfotografie.

Info + illus. courtesy Werkbund Galerie