x

JOHNSON PLUS in Bielefeld


In their master theses, students from the architecture universities of Bochum and Detmold, under the direction of Professors André Habermann (Bochum University of Applied Sciences) and Jasper Jochimsen (Detmold School of Architecture and Interior Design), have dealt with an extension of the Kunsthalle Bielefeld. The results are now on view at the Kunsthalle Bielefeld, itself by Philip Johnson from 1964 to 1966.

 

Johnson Plus

14.12.17 – 14.01.18

Kunsthalle Bielefeld

 
 
 
 
 
 

PR Info _ Studierende der Architektur-Hochschulen Bochum und Detmold unter der Leitung der Professoren André Habermann (Hochschule Bochum) und Jasper Jochimsen (Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur) haben sich in ihren Abschlussarbeiten mit einer Erweiterung der Kunsthalle Bielefeld auseinandergesetzt. Die Ergebnisse dieser Arbeiten sind nun vom 14. Dezember 2017 bis zum 14. Januar 2018 in der Kunsthalle Bielefeld zu besichtigen.

Die Architektur der Kunsthalle Bielefeld, von Philip Johnson von 1964 – 1966 entworfen, als städtisches Ausstellungshaus im September 1968 eröffnet, stellt seither eine Herausforderung dar. Zuerst an die Besucher, die sich ihr nähern. Die Kunsthalle passt sich nicht ein in die gewohnte Bauweise der Region. Der aus rotem Mainsandstein gestaltete kubische Baukörper entspricht nicht den Sehgewohnheiten. Und doch suggeriert dieses Gebäude bereits von weitem Schutzraum oder Schatzkammer sein zu wollen, eine Festung für die Kunst. Dann ist die Kunsthalle eine Herausforderung an Ausstellungsausrichter im Inneren. Johnson hat mit seinem sogenannten «fließenden Grundriss» offene Raumstrukturen vorgegeben. Blickachsen öffnen sich in einzelne Galerien hinein, verbinden somit auf einen Blick Exponate, die nicht zwangsläufig zusammengehören, aber durch den neuen Zusammenblick plötzlich eine Erkenntnis vermitteln. Zu dieser Erkenntnis gehört, dass diese Architektur es im Innern nicht zulässt, gegen sie zu arbeiten. Philip Johnsons Raumdisposition ist von einer so zwingend eigenen Logik, das jedes ausgestellte Kunstwerk an Würde gewinnt, wenn man es «richtig» platziert. Installationen hingegen, die sich mit der Architektur «anlegen wollen», verlieren an Wirkkraft. So birgt die Architektur in ihren Dimensionen des Ganzen, in den Proportionen der einzelnen Galerien im Wechselspiel untereinander ein Spannungsverhältnis in sich, das diese Kunsthalle zu einem wahren Hoheitsraum für Kunst werden lässt. Kunst und Architektur der Kunsthalle Bielefeld heben sich ab vom «Rest der Welt», um einen geschützten Bereich zu schaffen, in dem Kunst als das «interesselose Wohlgefallen», wie Immanuel Kant Kunst definiert hat, atmen kann.

Bereits zu ihrem 10jährigen Bestehen 1978 hat der Gründungsdirektor Joachim Wolfgang von Moltke die Notwendigkeit zu einer Erweiterung erkannt und Johnson selbst für diese angefragt. Der lehnte ab, da er zu beschäftigt war. Ulrich Weisner hatte dieses Vorhaben mit Frank O. Gehry bis 1994 verfolgt, was durch den allzu frühen Tod von Ulrich Weisner abgebrochen wurde. Seit 2012 liegt ein Entwurf des japanischen Architekten Sou Fujimoto vor, der seiner Umsetzung harrt.

Vor diesem Hintergrund war in den zurückliegenden Jahren eine Erweiterung der Kunsthalle Bielefeld auch immer wieder Thema von Abschlussarbeiten an Hochschulen für Architektur. Es gilt, sich diesem Maßstab zu stellen, um im Dialog damit eine Signatur von Architektur zu entwickeln, die neue herausfordernde Raumerlebnisse schaffen kann. Ein «Plus» zur Architektur von Philip Johnson ist notwendig. Eine neue Signatur neben derjenigen von Johnson ist wünschenswert. Das ist vielen studentischen Entwürfen auf überraschende Weise gelungen, die wir deshalb nun in der Kunsthalle Bielefeld präsentieren.

Info + illus. courtesy Kunsthalle Bielefeld