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Wüstungen | Anne HEINLEIN + Göran GNAUDSCHUN in Berlin


„Wüstungen“ (devastations) is an artistic confrontation with German history. Anne Heinlein and Göran Gnaudschun focus on settlements that were razed to the ground by the East German government between 1952 and 1988, because they disturbed the free range of shooting, were poorly guarded or too close to the border. In this context, the artists have discovered about one hundred affected places: from single farms to entire villages. Anne Heinlein has made large-scale black-and-white landscape photographs of the places where nothing has been built for decades, while Göran Gnaudschun writes about his own experience of the places; his texts are published in the accompanying catalogue.

 

Anne Heinlein / Göran Gnaudschun, Gruppenbild vor dem Haus, Osdorf

Anne Heinlein / Göran Gnaudschun, Gruppenbild vor dem Haus, Osdorf

Wüstungen – Geschleifte Orte an der innerdeutschen Grenze

Anne Heinlein, Göran Gnaudschun

10. Januar bis 5. März 2017

HAUS am KLEISTPARK, Berlin

www.hausamkleistpark.de

 

 

 

 

PR Info _ Wüstungen ist eine künstlerische Auseinandersetzung mit deutscher Geschichte. Anne Heinlein, zuletzt ausgezeichnet mit dem Nachwuchsförderpreis für Bildende Kunst des Landes Brandenburg, und Göran Gnaudschun, vielen bekannt durch seine Arbeit „Alexanderplatz“, thematisieren in diesem Ausstellungsprojekt geschleifte Orte an der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Im Fokus stehen die Siedlungsgebiete, die zwischen 1952 und 1988 im ostdeutschen Regierungsauftrag dem Erdboden gleichgemacht wurden, weil sie das freie Schussfeld gestört haben, schlecht zu bewachen waren oder zu nahe an der Grenze lagen. Die Künstler haben in diesem Zusammenhang ungefähr einhundert betroffene Orte ausfindig gemacht: vom Einzelgehöft bis zu ganzen Dörfern.

Anne Heinlein, Gross Grabenstedt I, Altmarkkreis Salzwedel, erstmals urkundlich erwähnt: 1291, gewüstet: 1986

Anne Heinlein, Gross Grabenstedt I, Altmarkkreis Salzwedel, erstmals urkundlich erwähnt: 1291, gewüstet: 1986

Anne Heinlein hat großformatige schwarz-weiße Landschaftsfotografien von den Orten gemacht, an denen seit Jahrzehnten nichts Gebautes mehr steht. Wiesen, Wälder, Landschaftsecken und kleine Flächen sind zu sehen, in denen der Betrachter wie auf einer leeren Bühne Häuser, Straßen und Höfe imaginieren kann. Scheinbar ist es Landschaftsfotografie, aber mit dem Wissen hinter dem Bild wird es zum Reflexionsraum über die Bedeutung von Heimat und deren Verlust, aber auch über die Natur, die sich von allem ungerührt ihren Raum wieder erobert.

Im gleichzeitig erscheinenden Bildband bringt Göran Gnaudschun in seinen Texten eigenes Erleben an den Orten, die Geschichten von ehemaligen Bewohnern und Aktenauszüge zusammen.

Um zu verstehen, warum die Orte gewüstet wurden, haben Heinlein und Gnaudschun nach den zeithistorischen Hintergründen in Archiven von Stasi, Grenztruppen, Bundesgrenzschutz und in Museen recherchiert. Die Künstler haben Zeitzeugen interviewt und in deren privaten Fotoalben nach Sinnbildern gesucht. Viele dieser Zeugnisse sind in der Ausstellungsinstallation zu sehen, die auf verschiedenen Ebenen mit dokumentarischem Material arbeitet.

Info + illus. courtesy Haus am Kleistpark