x

raumräumen | MARGHERITA SPILUTTINI in Graz


Margherita Spiluttini, internationally known as a photographer of architecture, has taken four series of pictures in all of the octagonal building Friedrichgasse 41, three of them before the rebuilding of the public bath to the Museum of Perception MUWA (1995). Selected pictures of the first series were shown in the exhibition AUGENBAD during the festival steirischer herbst 1994. On the occasion of the jubilee “20 years MUWA in the Friedrichgasse 41” MARGHERITA SPILUTTINI assembled again a compilation of pictures in two sizes (50 x 60 cm, 120 x 150 cm) for the exhibition “raumräumen”.

Ausstellungsansicht MARGHERITA SPILUTTINI "raumräumen" © Iris Ranzinger

Ausstellungsansicht MARGHERITA SPILUTTINI “raumräumen” © Iris Ranzinger

 

MARGHERITA SPILUTTINI

raumräumen

26. 3. – 2. 9. 2016

Museum der Wahrnehmung MUWA, Graz

www.muwa.at

 

 

 

 

 

 

PR Info _ RAUM IM RAUM Mit der am 25.03.2016 im Museum der Wahrnehmung MUWA in Graz eröffneten Ausstellung “raumräumen” realisiert Margherita Spiluttini, eine der renommiertesten Architekturfotografinnen Europas, ein außergewöhnliches Projekt, das eine Sonderstellung unter ihren Werkreihen einnimmt.

Noch bis 2. September 2016 zeigt sie in den Räumen des ehemaligen Tröpferlbades eine Reihe von 17 Schwarz-Weiß-Fotografien, aufgenommen 1992 im gleichen Gebäude in der damaligen Nutzung als Badehaus. Die meist großformatigen Aufnahmen öffnen im Ausstellungsraum einen zweiten Raum, der die Spuren der Zeit und der damaligen Nutzung und seiner NutzerInnen trägt. Spiluttini hat insgesamt vier Foto-Serien des oktogonalen Gebäudes in der Friedrichgasse 41 angefertigt. Ausgewählte Fotografien der ersten Serien wurden in der Ausstellung AUGENBAD im Rahmen des Festivals steirischer herbst 1994 vor Ort, also in den noch als Badehaus genutzten Räumlichkeiten gezeigt.

Ausstellungsansicht MARGHERITA SPILUTTINI "raumräumen" © Iris Ranzinger

Ausstellungsansicht MARGHERITA SPILUTTINI “raumräumen” © Iris Ranzinger

Wie ein Raum im Raum sind Spiluttinis präzise Architekturfotografien dem Gebäude eingeschrieben und legen mit dieser Ausstellungskonzeption gleichermaßen Fragen zur Wahrnehmung des Raums und des Mediums Fotografie nahe. Der dargestellte Raum tritt in Dialog mit dem realen Raum und transformiert ihn auf diese Weise. Indem die BesucherInnen die auf einem komplexen achteckigen Grundriss aufgebaute Architektur des Hauses durchschreiten, erleben sie den Raum in einer Gegenüberstellung von Gegenwart und Vergangenheit, Zweidimensionalität und Dreidimensionalität, Realität und Abbild. Spiluttinis Fotografien entwickeln eine einheitliche, raumgreifende Bildsprache, die weit über den dokumentarischen Charakter der ursprünglichen Funktion des Hauses hinausführt. Menschenleer und verlassen, jedoch mit Spuren der Nutzung, evoziert der vorgefundene, eingefrorene Zustand unterschiedliche Vorstellungen eines Ortes: „Ein Foto ist immer auch ein Bild von Abwesenheit: … So entsteht in jedem Betrachter ein anderes Bild von demselben Foto“, so Spiluttini.

Spiluttini thematisiert in ihren Foto-Arbeiten oftmals im Wandel befindliche Architektur, auf Vergangenes und zugleich auf den Prozess der Veränderung verweisend. Somit sind ihre Fotografien keine Inszenierungen, keine Überhöhungen von Architektur zu Repräsentationszwecken, sondern sind gründliche Untersuchungen von Räumen und ihrer Nutzung, sind Zeugnis des analytischen, abwägenden und ordnenden Blickes Spiluttinis, von “intensiver und punktueller Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit”, wie sie in einem Interview erklärt – im vorliegenden Fall mit einem Ort der Körperreinigung.

Die Werkreihe in den jetztigen Museumsräumen zum 20–jährigen Bestehen des Museums der Wahrnehmung MUWA vor Ort zu zeigen, war Margherita Spiluttini ein besonderes Anliegen. Die Fotografin, die unter anderem architektonische Projekte von Tadao Ando, Zaha Hadid, Herzog & de Meuron und Peter Zumthor fotografisch begleitete, setzt mit dieser Ausstellung ihren Fokus auf die Sichtweise von Architektur und deren facettenreiche Bedeutung für den Menschen. Wie in kaum einer anderen Präsentation ihres Werks können die BesucherInnen der Ausstellung hier in der Gegenüberstellung des Vergangenen mit dem Gegenwärtigen über das Sichtbare und das Unsichtbare, wie auch über den realen und den vorgestellten Raum reflektieren. (Eva Fürstner / Sabine Richter)

Info + illus. courtesy MUWA