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Chikei | NORIHIKO DAN in Berlin


The Japanese word chikei – which Norihiko Dan chose for the title of his exhibition – is not easily translated. It can be broadly understood as meaning “landform” or “topography,” and seen as an interface between human beings and the earth. In this sense, however, chikei conveys a certain ambivalence. On the one hand, it is the ground that gives rise to the lives of people, plants, and animals. It is also the ground on which architecture is built, as a means to protect us from these other living creatures.

Norihiko Dan, Chikei

Norihiko Dan, Chikei

 

Norihiko Dan

Chikei

22.1.-27.2.2016

Architektur Galerie Berlin

www.architekturgalerieberlin. de

 

 

 

 

PR Info _ Das japanische Wort Chikei – das Norihiko Dan als Titel für seine Ausstellung gewählt hat – lässt sich nicht ganz eindeutig übersetzen. Im weitesten Sinne bedeutet es „Gelände“ und kann als Schnittstelle zwischen Mensch und Erde verstanden werden. In dieser Bedeutung besitzt Chikei jedoch eine gewisse Ambivalenz: Denn einerseits ist es der Grund, aus dem das Leben von Menschen, Pflanzen und Tieren hervorgeht; andererseits ist es aber auch der Boden, auf dem die Architektur als Methode uns vor diesen anderen Leben schützt.

Genau diese Mehrdeutigkeit stellt für den japanischen Architekten ein wichtiges Potential dar, das er wie folgt beschreibt: „Architektur und Chikei ist gemeinsam, dass sie sowohl Gestalt als auch Grund werden können. Chikei, einmal als Gestalt erkannt, kann auch Boden werden, wenn sich unser Standpunkt ändert. Genauso können Architektur und Chikei nahtlos miteinander verschmelzen, wenn sie in der konzeptuellen Planungsphase „weich“ und formbar werden. Um so bedauerlicher ist es, dass Chikei in der Regel gerodet und planiert wird und die Ge-schichte der Architektur erst danach beginnt.“ Referenzen für eine gelungene Synthese beider Bedeutungen sind für Norihiko Dan zum Beispiel die komplexe Höhlenarchitektur im türkischen Kappadokien (6. Jahrhundert) und die Yaodong-Höhlenwohnungen auf dem chinesischen Lössplateau, die bis heute genutzt werden. Hier sind die Räume direkt in den Boden bzw. das Gestein gehauen, so dass Chikei und Architektur in einzigartiger Weise zu einer Einheit verschmelzen.

Die Ausstellung nähert sich diesem Thema mittels dreier Bausteine: Eine Installation aus verschieden hohen Plateaus auf dem Galerieboden transformiert die Galerie in eine Art abstrakten Landschaftsraum. Er wird angereichert durch eine Serie aus großformatigen Papieren, die Norihiko Dan mit einer speziellen Falttechnik reliefartig geformt hat. Diese zugleich abstrakten und sinnlichen Arbeiten werden durch Modelle und Abbildungen von aktuellen Projekten ergänzt, deren Entwurfsidee die Synthese von Chikei und Architektur verfolgt.

Norihiko Dan hat in Tokyo und Yale Architektur studiert und 1994 sein Büro in Tokyo gegründet. Zu seinen wichtigsten Projekten zählen die Erweiterung Terminal 1 des Taiwan Taoyuan International Airport (2013), das Besucherzentrum Sonne-Mond-See, Provinz Nantu/Taiwan (2010) sowie der Staudammkomplex von Hiyoshi, Kyoto (1999). 2015 erschien beim Jovis Verlag eine Monographie mit Beiträgen von Aaron Betsky und Fumihiko Maki.

Info + illus. courtesy Architektur Galerie Berlin